Vanagandr London Dry Gin

GIN Testbericht – ein Service von www.gins.de
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Frei aus dem Altnordischen übersetzt, bedeutet Vánagandr so viel wie „Monster des Flusses Ván“. Ob es sich bei dem spanische London Dry Gin um ein Monster in der Flasche handelt oder eher einem himmlischen Wacholdergeist, verrate ich euch im folgenden Bericht.

Harte Fakten: Vanagandr London Dry Gin

Name              Vánagandr

Art                   London Dry Gin

Hersteller       Enrique Penas

Herkunft         Cambre, Spanien

Stärke              43%

Inhalt                0,7l

Homepage      https://vanagandr.com/

Design 

Bevor wir die Flasche köpfen, möchte ich euch das Flaschendesign etwas näherbringen. Die schmale 0,7l-Flasche ziert ein im mittelalterlichen Stil gehaltenes Etikett. Darauf ist eine nordische Sage abgebildet, bei der die Götter versuchten, den Riesenwolf Fenrir (oder auch Vánagandr genannt) bei einem Spiel zu fesseln. Bislang konnte sich Fenrir immer befreien, doch durch Hilfe der listigen Zwerge erbauten sie eine dauerhafte Fesselung. Misstrauen kam in ihm auf, deshalb musste Kriegsgott Tyr seinen rechten Arm als Vertrauensbeweis in sein Maul legen, damit er sich fesseln ließ. Er stellte mit Erschrecken fest, dass er die Fesseln dieses Mal nicht brechen konnte und die Götter nicht die Absicht hatten, ihn freizulassen. Somit biss er zu und trennte Tyr Hand ab.
Über der verbildlichten Sage wird der Name des Gins in goldenen Akzenten auf roten Bannern präsentiert. Am unteren Ende sind Zeichnungen der insgesamt 11 Zutaten des Gins mit ihren lateinischen Namen zu finden. Weiterhin ist die Sage in spanischen Worten kurz zusammengefasst.
Verschlossen ist die Flasche durch einen Kunststoffkorken mit rotgefärbtem Holzkopf. Außerdem wurde ein hochwertiger Dosierer in den Flaschenhals integriert, damit beim Eingießen kein Tropfen daneben geht.

Herstellung

Als alkoholische Basis für den Spanier kommt ein reines Getreidedestillat zum Einsatz. In einer traditionellen Alambic-Kupferdestille werden neben Wacholder auch Bitterorangen- und Zitronenzesten, Koriander, Kardamom, Muskatnuss, Cassia- und Ceylon-Zimt, Angelikawurzel, Süßholz und Iriswurzel verarbeitet. Schlussendlich wird der Gin mit Galicischem Quellwasser vereint und somit auf die gewünschte Trinkstärke von 43% vol. herabgesetzt.

Nosing

Ich nehme einen tiefen Atemzug aus meinem Nosingglas und erhasche direkt frische Zitrusaromen. Eine feine Fruchtnote schwingt unterschwellig mit, die eine voluminöses Bouquet erzeugt. Schnell fügen sich intensiv erdige und würzige Töne hinzu, wodurch ein trockener Duft in der Nase bleibt. Im Nachklang kitzeln die Zimtsorten in der Nase. Bei konzentriertem, mehrmaligem Riechen ist auch ein Hauch des Getreidebrands zu erkennen.

Tasting

Frische und würzige Noten überrollen förmlich die Geschmacksnerven. Auf den Geschmacksknospen entsteht eine spannende Symbiose aus den frisch-fruchtigen Aromen der Zitronen- und Bitterorangenschale und den trockenen Nuancen der vielen Wurzeln und Gewürzen. Hierbei sind besonders die starken Bitterstoffe der Muskatnuss zu erwähnen, die so selten in Gins zu finden sind. Zimt ist weiterhin zu erkennen, hält sich aber im Vergleich zum Nosing eher zurück.
Der Abgang bleibt eine gefühlte Ewigkeit an Gaumen, Zunge und Rachen haften, wie ich es selten erlebt habe. Erst nach einigen Minuten verklingt der Geschmack und es bleibt lediglich eine leichte Getreidenote bestehen – so lässt sich jeder Tropfen genießen!

Trinkempfehlung

Für uns gibt es keinen Test ohne das Fever Tree Indian Tonic, da es mit seiner dezenten Süße den Gins viel Raum zum Entfalten gibt und sie nicht erdrückt. In diesem Fall war aber selbst dieses Tonic zu dezent.

Das süßere Thomas Henry Tonic machte mit dem Vánagandr schon eine bessere Figur, konnte uns aber nicht vollends überzeugen, da im Abgang die starke Bitterkeit zu aufdringlich ist.

Die Kombination mit Fever Tree Mediterranean macht heute das Rennen, da damit ein komplexes und vollmundiges Gesamtbild erzeugt wird, wobei der Gin seinen Charakter beibehält. Das neue Thomas Henry Botanical war uns ebenfalls zu leicht für diesen kräftigen Gin.

Auszeichnungen:

Gold – World Spirits Award 2016
Silber (Quality Award) – International Wine & Spirits Competition 2016
Silber (Packaging) – International Wine & Spirits Competition 2016
Bronze – San Francisco World Spirits Competition 2016
Double Gold – San Francisco World Spirits Competition 2017
Silber – International Wine & Spirits Competition 2017
Silber – International Spirits Challenge 2017
Gold – International Spirits Challenge 2018
Silber – International Wine & Spirits Competition Hong Kong 2018
Silber – International Wine & Spirits Competition 2018
Silber – International Spirits Challenge 2019
Silber – London Spirits Competition 2020
Silber – International Spirits Challenge 2020
Silber – World Gin Awards 2021

Wo kann ich den Vánagandr London Dry Gin erwerben?

Serpil und Albert mit ihrem Unternehmen Uniq Sprits halten die exklusiven Vertriebsrechte an den Vánagandr Spirituosen für den deutschen Markt. Der Verkauf an Endkunden läuft beispielsweise über Gins.de, wo eine 0,7l-Flasche für 42,50 € (60,71 €/l) erwerben kann.

Zusammenfassung

  • Spanischer London Dry Gin
  • Zitrusnoten und Würze im Fokus
  • Trockener Charakter
  • besonders langanhaltender Geschmack

Bewertung 

Genuss: 9,5 / 10
Preis-Leistung: 9 / 10

Enrique Penas zaubert mit seinem Vánagandr einen sauberen und harmonischen London Dry Gin. Der Schwerpunkt auf die trockenen Noten begeistern mich, denn die ausgeprägten Bitterstoffe, die gerade die traditionelle Gins ausmachen, haben damals mein Interesse an dem gesamten Thema Gin geweckt.
Pur ist der spanische Gin ausgezeichnet zu genießen. Er ist zwar nicht mit allen Tonics kombinierbar, findet aber mit dem Fever Tree Mediterranean einen fabelhaften Partner.
42,50 € klingt im ersten Augenblick hochpreisig, was es jedoch für eine 0,7l-Flasche in dieser Qualität eindeutig nicht ist.

Danksagung

Ich danke Serpil und Albert von Uniq Spirits für die Bereitstellung der Probe!
Die Bewertung des Gins wird dadurch nicht beeinflusst und erfolgt nach eigenem Ermessen.

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